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Gesellschaft der Musik- und Theaterfreunde
zu Aachen
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Zwischen Tradition und
Zukunft
75 Jahre
Musik- und Theaterfreunde
zu Aachen
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Die
Gesellschaft der Musik- und Theaterfreunde zu Aachen
wurde 1924 gegründet.
1999 konnte die Gesellschaft ihr fünfundsiebzigstes
Jubiläum feiern. Aus diesem Anlass hat die Gesellschaft
eine Festschrift herausgegeben mit dem Titel:
Hier ist ein Auszug aus dieser Festschrift:
Die Liebe zum Theater und zur Musik hatte sie vor 75 Jahren zusammengeführt:
die ersten Mitglieder der Gesellschaft der Musik- und Theaterfreunde
zu Aachen, gegründet 1924.
1999 konnte mit dem folgenden Rückblick auf das Vereinsgeschehen
bei einem nicht unwesentlichen Beitrag zum Aachener Kulturleben
an der Schwelle zu einem neuen Jahrtausend Jubiläum gefeiert
werden.
Jubiläen sind Marksteine am Wege zwischen Tradition und
Zukunft. Sie fordern mit einem Blick auf das Erreichte zum Innehalten
auf. Aber auch zur Neuorientierung, wie sie die Musik- und Theaterfreunde
über Phasen der Weiterentwicklung stets vollzogen haben und
damit lebendiger Bestandteil des kaiserstädtischen Kulturlebens
wurden.
75 Jahre bedeuten eine Wegstrecke kontinuierlichen Wirkens im
kulturellen Bereich Aachens, einer theater- und musikfreudigen
Stadt, in der gerade die Bürgerschaft mitgestaltend und mitbestimmend
wirkt. Dieses frühe Mitbestimmungsmodell kann heute rückschauend
als fortschrittlich bezeichnet werden, denn die Bürger wendeten
sich damals vor fast 100 Jahren gegen den elitären Anspruch
feudaler Restbestände der Hoftheater und höfischer Orchester.
So war denn auch die Gründung der Gesellschaft der Musik-
und Theaterfreunde nicht nur eine Fortführung des Aachener
Instrumentalvereins, sondern auch der Zusammenschluß aufgeschlossener
Aachener Bürger mit dem Ziel eines eigenständigen Musik-
und Theaterlebens.
75 Jahre, das ist eine überaus lebendige Geschichte in
Daten und Namen, Gegründet wurde die Gesellschaft von dem
musikliebenden Aachener Juwelier Heinrich Steenaerts, einem passionierten
Geiger im Aachener Instrumentalverein. Nach ihm übernahm
Regierungsvizepräsident Arnold Bischoff 1939 die Präsidentschaft.
Danach lenkte Geheimrat Georg Talbot die Geschicke der Gesellschaft.
Er übergab sein Amt an Dr. Claus Springsfeld, dessen nie
versagender lebenskluger Humor gerade in den schweren Jahren der
Zerstörung, des Zusammenbruchs und des Wiederaufbaus 1945
besonders hilfreich war. In seine Amtszeit fiel die Wiederbelebung
des Aachener Konzert- und Theaterlebens und der Wiederaufbau des
im Krieg zerstörten Stadttheaters. Neben Optimismus war hier
vor allem Geld nötig. Die Spenden der Musik- und Theaterfreunde
mit regelmäßen Beiträgen aus der Blees- und Peter-Raabe-Stiftung
trugen hierzu bei. Darüber hinaus kamen Spenden aus privater
Hand.
Diese Zeiten mit viel Aufregung ließen Springsfeld 1950
sein Amt niederlegen, nachdem er die Hauptarbeit mit dem Wiederaufleben
der Gesellschaft nach dem Kriege getan hatte. 1950 wurde Prof.
Dr. Eduard Borchers zum neuen Präsidenten und Nachfolger
gewählt. Ihm folgte als 6. Präsident Konsul Richard
Talbot, dessen erfolgreiches Wirken über 20 Jahre an der
Spitze der Musik- und Theaterfreunde neue Akzente setzen half.
Mit dem 7. Präsidenten Konsul Hugo Cadenbach im Jahre 1974
wurde ein weitere profilierte Persönlichkeit gewonnen. Er
machte die Fördermaßnahmen für das Theater und
das Musikleben im finanziellen Bereich zu einer festen Größenordnung.
Vor rund 11 Jahren löste Prof. Dr. Claus Goecke Cadenbach
als erfolgreicher Vorsitzender ab. Ihm gelang eine kontinuierliche
Weiterentwicklung mit neuen Impulsen. Bis heute stellte er sich
immer wieder in Neuwahlen als Präsident der Gesellschaft
den mannigfachen Anforderung dieses Ehrenamtes.
Ihm zur Seite stehen als Stellvertreter Dr. Rudolf Neumann und
Helmut Sassen als Schatzmeister. Das Sekretariat hat Schriftführer
Eberhard Reimmann seit Jahr und Tag inne. Ihm sind die stets sorgfätig
zusammengetragenen jährlichen Konzert- und Theaterkalender
für Aachen zu verdanken sowie viele weitere mit Sachverstand
und Engagement erledigte Aufgaben des Sekretariats.
Die Gesellschaft hat eine Neuentwicklung von der Wahrung der
Tradition zum kulturellen Anspruch einer pluralistischen Gesellschaft
durchgemacht. Hierbei gab es Aufgaben der Mitgestaltung im Kulturleben
mit Kooperationen zu anderen Vereinigungen sowie zur Generalintendanz
des Theaters und zur städtischen Musikdirektion. Die Gründung
der Aachener Sektion der Internationalen Bruckner-Gesellschaft
führte später zur Fusion mit den Musik- und Theaterfreunden.
Das Engagement bei den Wettbewerben "Jugend musiziert"
macht deutlich, welch besondere Bedeutung dieser dem musikalischen
Nachwuchs gewidmeten Veranstaltung zukommt. Vergessen werden soll
auch hier nicht das eigenständige Veranstaltungsprogramm
der Musik- und Theaterfreunde mit jungen Künstlern, das eine
weitere Belebung der Aachener Kulturszene bringt.
75 Jahre Aachener Gesellschaft der Musik- und Theaterfreunde:
Die Welt hat sich verändert. Der internationale Austausch
setzt auch im Kulturbereich neue Akzente. Das Theater wird zum
Schauplatz aktueller gesellschaftspolitischer Fragen, das Musikleben
erfordert über das emotionale Engagement hinaus zunehmend
Musikwissen. So gesehen sind die kommenden Jahre in das neue Jahrtausend
hinein ein wichtiges Stück Zukunftsbewältigung zusammen
mit der jungen Generation. Immer aber ist und bleibt die Liebe
zur Musik und zum Theater das große Abenteuer für Geist
und Seele !
Hanns Mänhardt
Festschrift zum Jubiläum 1999
Die beiden Festkonzerte aus Anlass des 75-jährigen
Bestehens unserer Gesellschaft,
im Krönungsfestsaal des Rathauses durchgeführt, brachten
uns künstlerisch
eindringliche Begegnungen mit der aus St. Petersburg stammenden
Pianistin Maria
Grigorenko, die sich in überzeugender Weise mit Beethovens
"Hammerklaviersonate" und Liszts h-moll Werk auseinandersetzte,
sowie mit dem aus Polen stammenden Karol-Szymanowsky-Quartett,
das neben einer Komposition seines Namenspatrons Werke von Haydn
und Beethoven gekonnt darbot.
In der Jubiläumssaison 1999-2000 war das Kammerkonzert
mit dem "Trio Saron" ein
besonderer künstlerischer Höhepunkt, bei dem die Sopranistin
Caroline Stein neben
Kompositionen u.a. von Schubert, Spohr und Strawinsky ein Werk
ihres in Aachen
wirkenden Vaters, Gottfried Stein, zur Uraufführung brachte.
Die Saison 2000-2001 war durch eine völlige Neuorientierung
in bezug auf die von
der Gesellschaft durchgeführten Veranstaltungen gekennzeichnet.
Der Anregung des
designierten Generalintendanten des Stadttheaters, Dr. Esterhazy,
folgend, wurde
eine neue Kammermusikreihe mit 4 Konzerten pro Jahr ins Leben
gerufen, die von
Mitgliedern des Sinfonieorchesters Aachen gestaltet, von uns inhaltlich
mitbetreut
und vor allem finanziert wird.
Diese Kammerkonzerte, im Foyer des Stadttheaters, fanden auf
Grund ihrer ebenso
anspruchsvollen wie originellen Programme sowie sehr guter künstlerischer
Leistungen schnell ihr Publikum, wurden auch von der kritikfreudigen
lokalen Presse
sehr positiv beurteilt, so dass schon nach einem Jahr die zur
Verfügung stehenden
Termine verdoppelt werden mußten (außer der Sonntags-Matinee
wird seither ein
zweites Konzert am folgenden Montag-Abend angeboten).
Aus den ersten bei den Jahren sind als herausragende musikalische
Höhepunkte die
Aufführungen von Bachs "Goldberg-Variationen" in
einer Bearbeitung für Streichtrio,
Messiaens "Quatuor pour la fin du temps", Schönbergs
"Verklärter Nacht",
eines Oktetts von Ferdinand Thiérot, Schuberts "Forellenquintett",
George
Crumbs "Black Angels" sowie eines Streichquintetts von
George Onslow zu nennen.
Zusätzlich zu den Kammerkonzerten haben die von uns
mitgetragenen monatlichen
Veranstaltungen mit "Musik und Literatur" in der Theresienkirche
einen festen Platz
im kulturellen Leben der Stadt gefunden. Dank der reibungslosen
Zusammenarbeit
mit dem Pfarren Hl. Kreuz und St. Peter, der Katholischen Hochschule
für
Kirchenmusik St. Gregorius, sowie "Kirche für die Stadt
e.V." können einem
interessierten Publikum abwechslungsreiche und gediegene Programmfolgen
angeboten werden.
2004 konnte die Gesellschaft ihr fünfundsiebzigstes
Jubiläum feiern. Aus diesem Anlass hat die Gesellschaft
eine kleine Festschrift herausgegeben mit dem Titel:
"Ein Engagement mit Tradition"
Hier die Einfühung der Festschrift "Zum Geleit"
Die Liebe zur Musik und zum Theater führte 1924 –
auf Initiative des Aachener Juweliers Heinrich Steenaerts, einem
passionierten Geiger des Instrumentalvereins – die ersten
Mitglieder der Gesellschaft zusammen. Seitdem sind die Musik-
und Theaterfreunde über Phasen der Weiterentwicklung ein
lebendiger Bestandteil des städtischen Kulturlebens.Es finden
sich immer wieder engagierte Bürgerinnen und Bürger
in unserer Gesellschaft zusammen, und so können wir mit unseren
Aktivitäten das kulturelle Leben in unserer Stadt in tatkräftiger
und ideeller Weise fördern und bereichern.In diesem Sinne
fühlt sich die Gesellschaft dem Sinfonieorchester und dem
Theater Aachen eng verbunden. Wir bringen dies zum Ausdruck, indem
wir die Kammerkonzerte im Spiegelfoyer des Theaters in großzügiger
Weise unterstützen. Wir geben den Musikern des Orchesters
die Gelegenheit, ihr kammermusikalisches Können zu Gehör
zu bringen. Dies ist ein besonderes Angebot und wird von Musikliebhabern
sehr gut wahrgenommen. die schönen Künste, und so auch
die Musik der Klassik – gemeint ist Klassik in einem erweiterten
Sinn – nicht für jeden Menschen die gleiche Bedeutung
haben können. Wir möchten auch nicht der Jugend „ihre
Musik” nehmen, wir möchten aber ihre Erlebniswelt erweitern.
Wir möchten möglichst vielen jungen Menschen den Reichtum
unserer Musikkultur eröffnen, die Welt der „klassischen
Musik” erschließen. Sie ist sinnstiftend, orientierunggebend
und bereichernd, sie tut Geist und Seele gut. Danach verlangt
im Grunde jede Jugend.Das Erleben „guter Musik”, das
aktive Musizieren sowie das aktive Zuhören im Konzert hat
einen menschenbildenden und somit auch präventiven und sozialen
Charakter. Niveauvolle kulturelle Erfahrungen – und in besonderem
Maße mit der Musik – sind ein wesentlicher Baustein
zu einer positiven Persönlichkeitsentwicklung im Jugendalter.Wir
denken, dass „Jugend musiziert für Jugend” auch
ein guter Weg sein kann, junge Menschen dem Konzertleben zuzuführen,
Musikliebhaber für die Zukunft zu gewinnen.Unterstützen
Sie unser Engagement für die Jugend! Wir informieren Sie
gerne über unsere Planungen.
Die "Kleine Festschrift 80 Jahre Gesellschaft der
Musik- und Theaterfreunde" kann im Downloadbereich als pdf-Datei
heruntergeladen werden.
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